NS-Euthanasie

"Neues Volk", Monatshefte des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP

Die Tötung psychisch kranker, und mental oder körperlich beeinträchtigter Menschen, war der erste systematisch geplante, staatlich durchgeführte Massenmord des NS-Regimes. In zynischer Verdrehung der ursprünglichen Bedeutung wurde dafür der Begriff "Euthanasie", was im Griechischen für "schöner, leichter Tod" stand,  verwendet. Es war aber kein "Gnadentod", keine "Erlösung" von einem unerträglichen Leiden. Der "NS-Euthanasie" fielen im gesamten Deutschen Reich und Polen über 200.000 Menschen zum Opfer. Sie erfolgte in verschiedenen Phasen und Aktionen:

 

  • die "Kindereuthanasie", die Ermordung "missgebildeter" Neugeborener und Kleinkinder, später auch Jugendlicher in „Kinderfachabteilungen“
    1939 – 1945
  • die Aktion "T4", die Ermordung der PatientInnen und Pfleglinge von Heil- und Pflegeanstalten des Deutschen Reiches in sechs Tötungsanstalten.
    1940 – 1941
  • die dezentralen Anstaltsmorde ("wilde Euthanasie") in verschiedenen Heil- und Pflegeanstalten, insbesondere nach Abbruch der Aktion "T4".
    1941 – 1945
  • die Ermordung "geisteskranker Ostarbeiter" in den Euthanasietötungsanstalten.
    1943 – 1944
  • die Aktion "14f13", die Ermordung arbeitsunfähiger oder politisch bzw. "rassisch" verfolgter Häftlinge von Konzentrationslagern in den Euthanasietötungsanstalten.
    1941 – 1944